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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Hygiene-Preis der Rudolf-Schülke-Stiftung verliehen

Dr. Verena Schildgen, Dr. Jessica Lüsebrink und Prof. Dr. Oliver Schildgen sind unter den diesjährigen Preisträgern. Die Auszeichnung wird seit 1976 an Wissenschaftler vergeben, die besondere Problemlösungen im Bereich der Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin erzielt haben.

Der international ausgeschriebene Preis gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen im Bereich der Erforschung von Infektionskrankheiten und ist mit 15.000 € dotiert. In diesem Jahr wird er zu gleichen Teilen an die Kölner Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Oliver Schildgen und Dr. Christian Mair als Erstautor der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Markus Nagl, Universität Innsbruck, vergeben.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Schildgen beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem humanen Bocavirus (HBoV) und wurde bereits mehrfach für die Arbeiten ausgezeichnet. Der Name “Boca” wurde zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben der beiden häufig auftretenden Viren Bovines Parvovirus (Bovinae = Rinder) und Canines Minute-Virus (Caninae = Hunde). Im Jahr 2005 wurden Boca-Viren erstmals als Auslöser von Atemwegsinfektionen und Magen-Darm-Erkrankungen bei Menschen entdeckt (sog. humanes Boca-Virus).

Aufgrund der Arbeiten der Kölner Gruppe ist es mittlerweile möglich, dass das humane Bocavirus in Kultur angezüchtet werden kann und somit ein seit Langem ersehntes System zur Erforschung der Biologie der humane Parvoviren sowie Methoden zur Entwicklung von Desinfektionsmitteln und Therapien zur Verfügung steht. Als „Nebenprodukt“ dieser Arbeiten steht das seit fast 40 Jahren bestehende Dogma zur Replikation der humanen Parvoviren auf dem Prüfstand. Die Arbeiten von Dr. Verena Schildgen, Dr. Jessica Lüsebrink und Prof. Oliver Schildgen wurden mittlerweile mehrfach unabhängig voneinander bestätigt – erstmals durch eine New Yorker Arbeitsgruppe sechs Wochen nach Erscheinen der Schlüsselpublikation im Jahr 2011.

Prof. Dr. Schildgen ist im Institut für Pathologie der Kliniken der Stadt Köln gGmbH tätig. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten gehören die Leitung und Weiterentwicklung des molekularpathologischen Labors, die Diagnostik sowie die Etablierung neuer Verfahren. An der Universität Witten/Herdecke unterrichtet er Virologie am Institut für Virologie und Medizinische Mikrobiologie der Fakultät für Gesundheit.

Dr. Verena Schildgen ist Mitarbeiterin in der Abteilung Molekularpathologie und Habilitandin für Molekularpathologie an der Universität Witten/Herdecke. Dr. Jessica Lüsebrink arbeitet ebenfalls in der Abteilung Molekularpathologie mit und betreut die Schnittstelle zur MRSA-Diagnostik.

(4.12.2013 | Quelle: Universität Witten/Herdecke)

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