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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Hochdotierter Hans-Kilian-Preis für Jessica R. Benjamin

Die bekannte Psychoanalytikerin erhält den Forschungspreis der Köhler-Stiftung am 24. April 2015 in Bochum und trifft auf Hartmut Böhme und Hans Joas.

Die US-amerikanische Psychoanalytikerin Jessica R. Benjamin (69) wird für ihr wissenschaftliches Lebenswerk mit dem Hans-Kilian-Preis ausgezeichnet, einem der höchstdotierten Preise im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland. Benjamin ist die erste Frau, die diesen Preis erhält.

Der internationale Hans-Kilian-Preis zur Erforschung und Förderung der metakulturellen Humanisation ist mit 80.000 € dotiert und wird seit 2011 in einem zweijährigen Turnus verliehen. Erster Preisträger war der Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme, 2013 wurde der Soziologe und Sozialtheoretiker Hans Joas ausgezeichnet. Bei der diesjährigen Verleihung des Hans-Kilian-Preises begegnen sich die drei Preisträger Benjamin, Joas und Böhme im Rahmen eines Podiumsgesprächs.

Jessica R. Benjamin studierte bei Theodor W. Adorno an der Universität in Frankfurt am Main und gilt international als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Psychoanalyse, Identitätstheorie und feministischen Psychologie. Sie ist Mitbegründerin der Internationalen Vereinigung für relationale Psychoanalyse und Psychotherapie und des Stephen Mitchell Center for Relational Studies in New York. Bekannt wurde Benjamin insbesondere durch ihren Beitrag zur Entwicklung einer relationalen, intersubjektiven Theorie des Selbst, hier revidiert sie die klassische Psychoanalyse und deren Kerntheorem des Ödipuskomplexes. Ein Beispiel für ihr Wirken im Bereich der metakulturellen Humanisation sind Workshops, bei denen sie Palästinenser und Israelis, die im Gesundheitswesen tätig sind, mit dem Ziel zusammenführt, einen Prozess gegenseitiger Anerkennung in Gang zu setzen. Die Verleihung des diesjährigen Hans-Kilian-Preises würdigt Benjamins fächer- und themenübergreifende Arbeit zur Geschlechter-, Identitäts-, Konflikt- und Traumaforschung sowie zur Kulturphilosophie und Kulturtheorie.

Die Köhler-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fördert seit 1987 herausragende Forschungsprojekte und Publikationsvorhaben. Im Zentrum stehen wissenschaftliche Untersuchungen, die das geschichtliche und kulturelle Selbstverständnis des Menschen erweitern und zukunftsträchtige Perspektiven des Zusammenlebens in den komplexen Wirklichkeiten einer globalisierten Welt eröffnen.

Ein Leuchtturmprojekt der Stiftung ist – neben der Verleihung des Hans-Kilian-Preises – das Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrum (KKC). Dieses wurde im August 2014 an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum gegründet und widmet sich vielfältigen Aufgaben im Rahmen einer interdisziplinär und international ausgerichteten Psychologie und Psychoanalyse. Das KKC kooperiert eng mit anderen Fakultäten und interdisziplinären Forschungszentren an der Ruhr-Universität sowie namenhaften nationalen und internationalen Wissenschaftseinrichtungen.

(9.4.2015 | Quelle: DSZ – Deutsches Stiftungszentrum)


Die Preisverleihung ist öffentlich und findet am Freitag, 24. April 2015, um 16.00 Uhr im Veranstaltungszentrum (Raum 2a) der Ruhr-Universität Bochum statt. Interessierte werden um Anmeldung per E-Mail an hans-kilian-preis@rub.de gebeten.

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