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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2015 verliehen

Der Münsteraner Kinderarzt Prof. Heymut Omran und sein Team erhalten den mit 50.000 € dotierten Preis der Köhler-Stiftung für eine Arbeit zu den Ursachen einer seltenen Lungenerkrankung bei Kindern, der Primären Cilien Dyskinesie (PCD).

“Mit dem Eva-Luise-Köhler-Forschungspreis wollen wir herausragende und innovative Forschung im Bereich Seltener Erkrankungen gezielt vorantreiben. Das Leiden von Betroffenen soll gelindert und ihr Lebensqualität nachhaltig verbessert werden”, so die Namensgeberin. In Deutschland leben rund vier Millionen Menschen mit Seltenen Erkrankungen. Bisher können nur wenige Hundert der 6.000 bis 8.000 unter diesen Begriff fallenden Erkrankungen behandelt werden.

Inhalt des Projektes von Prof. Heymut Omran, der am Universitätsklinikum Münster die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin leitet, ist die Verbesserung der Diagnostik und Therapie der Primären Ziliären Dyskinesie. Durch verschiedene Gendefekte sind bei der PCD die Zilien, besser bekannt als Flimmerhärchen, in ihrer Funktion gestört. Zilien sind unter anderem dafür verantwortlich, die Atemwege zu reinigen. Kinder mit PCD leiden von Geburt an an Schnupfen, feuchtem Husten und Mittelohrentzündung, also klassischen Erkältungssymptomen, die hier jedoch bleibende Schäden der Lungenfunktion hinterlassen.

Bisher wurde PCD bei den Betroffenen oft erst sehr spät diagnostiziert. Wenn ein Verdacht vorliegt – die Krankheit tritt bei einem von 20.000 Neugeborenen auf –, können Prof. Omran und sein Team mit einer genetischen Untersuchung und einer Eiweißuntersuchung nun 30 charakterisierte Defekte identifizieren, die zur PCD führen. Da Eiweiße den Bewegungsablauf der Flimmerhärchen steuern, lassen sich mittels einer relativ unaufwändigen Fluoreszenzmikroskopie eindeutige Aussagen treffen. Eine frühzeitige Therapie ist so gewährleistet und es werden Leben gerettet.

Den mit 15.000 € dotierten Anerkennungspreis für Nachwuchswissenschaftler bekommt der an der Charité in Berlin tätige Kinderarzt Dr. Stefan Lobitz. Er plant ein Projekt zur Diagnostik der angeborenen Bluterkrankung Sichelzellanämie.

(2.3.2015 | Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

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