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Auszeichnungen

Erster Ludwig Quidde-Preis geht an Prof. Dr. Christian Tomuschat

Der Völkerrechtler Prof. Dr. Dr. h. c. Christian Tomuschat der Humboldt-Universität zu Berlin wird mit dem ersten Ludwig Quidde-Preis geehrt. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Jury unter dem Vorsitz des Kölner Historikers Jost Dülffer begründet die Entscheidung damit, dass Christian Tomuschat als „Richter, Sachverständiger, und politischer Berater für staatliche und nichtstaatliche Organisationen in vielfältiger Weise in die Völkerrechtspraxis hineingewirkt habe“.

Die Jury würdigt damit nicht nur die langwierige Arbeit eines Wissenschaftler, sondern auch die eines Friedensstifters, der zum „Vordenker der Völkerrechtsentwicklung“ geworden sei und dessen Arbeiten „international und über die Fächergrenzen hinweg große Beachtung gefunden hätten“.
Sein Wirken reicht weit über sein wissenschaftliches Werk hinaus. So gehörte er unter anderem mehreren Menschenrechts- und Völkerrechtsgremien der Vereinten Nationen an und war Mitglied der Kommission zur Aufklärung der Vergangenheit in Guatemala. Prof. Tomuschat ist seit 1995 Mitherausgeber der traditionsreichen Fachzeitschrift „Die Friedens-Warte, Journal of International Peace and Organization“, mit der auch der Friedensnobelpreisträger Ludwig Quidde eng verbunden war.

Christian Tomuschat, 1936 in Stettin geboren, war von 1995 bis 2004 Professor für Staats- und Völkerrecht an der Berliner Humboldt-Universität zu Berlin. Er habilitierte sich 1970 an der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg. Das wissenschaftliche Werk Tomuschats hat Schwerpunkte im Völkerrecht, im Europarecht und im Verfassungsrecht der Bundesrepublik. Hervorzuheben sind das Recht der Vereinten Nationen (zu dem Tomuschat einen umfassenden Kommentar herausgab), der Schutz der Menschenrechte, das Kriegs- und Friedensrecht, das Fremdenrecht und das Umweltrecht. In der Praxis des Völkerrechts hat er die Vereinten Nationen, die EG-Kommission, ausländische Staaten und die Bundesregierung beraten. Somit betont Tomuschat: „Die für mich sehr überraschende Preisverleihung sehe ich in erster Linie als eine Würdigung meines Wirkens in internationalen Gremien, insbesondere meiner Arbeit zur Sicherung der Menschenrechte in Guatemala.“
Der Ludwig Quidde-Preis wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen zu Fragen des Friedensvölkerrechts, der Mediation und friedlichen Streitbeilegung, der Friedensbewegung und des Pazifismus sowie der historischen Friedensforschung verliehen.

Die Ludwig Quidde-Stiftung wurde 2001 gegründet und befindet sich heute in der Verwaltung der Deutschen Stiftung Friedensforschung. Der Stiftungszweck besteht neben der Verleihung des Preises darin, wissenschaftliche Arbeiten zum Leben und Lebenswerk des deutschen Friedensnobelpreisträger Ludwig Quidde von 1927 zu unterstützen und Projekte zu fördern, die in enger Verbindung zu seinen Lebenszielen, der Sicherung und Entfaltung von Frieden und Freiheit, stehen.

Die Preisverleihung wird in der Friedensstadt Osnabrück stattfinden. (28/03/12; Quelle: Humboldt-Universität zu Berlin)

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