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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Emmanuel Candès mit dem Dannie-Heineman-Preis ausgezeichnet

Die Heineman Stiftung zeichnet den französische Statistiker und Mathematiker aus, der als einer der Architekten des Compressive-Sensing-Prinzips gilt.

Preisverleihung in der Akademie der Wissenschaften in Göttingen (Foto: Heineman Stiftung)

Die Preisjury zeichnet damit einen Wissenschaftler aus, der “als einer der Architekten des Compressive Sensing Prinzips die Brücke zwischen Grundlagenforschung und einer vielfältigen praktischen Nutzung dieser Theorie hergestellt hat”, sagte der Laudator Stefan Tangermann, Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen bei der Preisverleihung (Foto). Unbestritten hat Emmanuel Candès “die Entwicklung der mathematischen Statistik, der angewandten Mathematik und angrenzender Gebiete in jüngster Zeit maßgeblich geprägt”, so Tangermann weiter.

Unter Compressive Sensing versteht man eine mathematische Technik, die aus den großen Datenmengen, die man derzeit für die Darstellung von Signalen und Bildern benötigt, Messwerte extrahiert, mit denen dann ganze Bilder oder Musikstücke rekonstruiert werden können. Zusätzlich kann man die Technik verwenden, um komplexe Daten effizient zu speichern. Mit Hilfe des Compressive Sensing kann man so zum Beispiel Fotokameras entwickeln, die keine Linsen, sondern nur noch einen Bildsensor benötigen: Das Bild wird gleichzeitig unter leicht verschiedenen Bedingungen aufgenommen und dann aus den Unterschieden rekonstruiert.

Emmanuel Candès wurde in Frankreich geboren und forschte an verschiedenen Stationen in Frankreich und den USA. Derzeit ist er Professor für Mathematik und Statistik an der renommierten Stanford Universität in Kalifornien. Für seine Leistungen erhielt er bereits mehrere Preise, unter anderem die Waterman-Medaille der US-Amerikanischen National Science Foundation (NSF) und den Lothar Collatz-Preis der deutschen Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik (GAMM).

Der Dannie-Heineman-Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und zählt damit zu den höchstdotierten Wissenschaftspreisen in Deutschland überhaupt. Er wird alle zwei Jahre an einen aktiven internationalen Wissenschaftler für eine kürzlich veröffentlichte, herausragende Arbeit verliehen, die neue und aktuelle Entwicklungen in den Natur- oder Geisteswissenschaften aufgreift. Verliehen wird der Preis durch eine der ältesten deutschen Wissenschaftsvereinigungen, der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Zu den Preisträgern zählen spätere Physik-Nobelpreisträger wie Georg Bednorz und Wolfgang Ketterle oder Träger der Fields-Medaille für Mathematik wie Gert Faltings.

Die Heineman Stiftung wurde 1928 durch Dannie und Hettie Heineman zur Förderung mildtätiger und wissenschaftlicher Einrichtungen im In- und Ausland errichtet. Neben dem Dannie-Heineman-Preis unterstützt sie insbesondere internationale Forschungsprojekte in den Lebenswissenschaften, zum Beispiel Kooperationen zwischen der deutschen Max-Planck-Gesellschaft und dem israelischen Weizmann Institute of Science.

(20.11.2013 | Quelle: Heineman Stiftung)

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