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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Die besten Brückenbauer zwischen Kulturen

Die Bürgerstiftung Holzkirchen und die Stiftung KalkGestalten gewinnen den Ideenwettbewerb für Bürgerstiftungen 2014. Der dritte Preis geht an die Bürgerstiftung "Ein Herz für Bad Nauheim". Insgesamt vergaben die Herbert Quandt-Stiftung und die Initiative Bürgerstiftungen Preisgelder in Höhe von 30.000 €.

Die unabhängige Jury fand zwei Projekte gleichermaßen herausragend und verlieh beiden einen ersten Preis. Die Bürgerstiftung aus der bayerischen Marktgemeinde Holzkirchen und die Stiftung “KalkGestalten” aus dem Kölner Stadtteil Kalk erhalten demnach jeweils 12.000 € Preisgeld. An die drittplatzierte Bürgerstiftung “Ein Herz für Bad Nauheim” aus dem hessischen Wetteraukreis gehen 6.000 €. Die Preisgelder ermöglichen den Bürgerstiftungen, die Wettbewerb begonnenen Projekte zum Wettbewerbs-Jahresthema “Brücken bauen zwischen Kulturen” fortzusetzen.

Die Stiftungsratsvorsitzende der Herbert Quandt-Stiftung, die Unternehmerin Susanne Klatten, gratulierte den Preisträgern. Die Bürgerstiftungen hätten mit großer Freude Menschen mit unterschiedlichen Lebens-Geschichten zusammengebracht und sich für neue gesellschaftliche Gruppen geöffnet: “Migranten sind Teil unserer Bürgergesellschaft. Sie wollen hier in Deutschland mitreden, mitentscheiden, Verantwortung übernehmen”, sagte Klatten. “Das sollten wir stärker wertschätzen.”

  • 1. Preis: Bürgerstiftung Holzkirchen
    Die kulturelle Vielfalt ihrer oberbayerischen Marktgemeinde zu ergründen und ins Zentrum des öffentlichen Bewusstseins zu rücken, war das Anliegen der erst 2012 gegründeten Bürgerstiftung Holzkirchen. Die 16.000 Einwohner der südlich von München gelegenen Kleinstadt stammen aus nicht weniger als 78 Nationen. „Fokus – Forum der Kulturen und Sprachen” hat die Bürgerstiftung ihr Projekt genannt, mit dem sie Holzkirchen als „interkulturelle Modellregion“ profilieren will. Zunächst sammelte die Bürgerstiftung Daten und Fakten über die Bevölkerungsstruktur Holzkirchens, erstellte eine Nationenkarte und gestaltete Plakate in 41 Sprachen. Dann startete sie zahlreiche Aktionen wie eine Ausstellung zur Zuwanderung in Holzkirchen, einen Fotowettbewerb, Tanzveranstaltungen, eine offene Bühne und vieles mehr. Alle Teilprojekte mündeten in ein großes Festival der Kulturen. Um auch weiterhin interkulturelle Aktivitäten in Holzkirchen durchführen zu können, legte die Stiftung den Förderfonds “Holzkirchen interkulturell” auf. Das gesamte Projekt wurde vom Institut für Interkulturelle Kommunikation der LMU München wissenschaftlich begleitet.

  • 1. Preis: Stiftung KalkGestalten (Köln-Kalk)
    Unter der Überschrift “Sei dabei! Für Dich – Für Mich – Für Alle!” hat die Stiftung aus Köln-Kalk gemeinsam mit dem örtlichen Integrationshaus die Idee entwickelt, Flüchtlinge und Zuwanderer über die Vermittlung von Ehrenämtern aktiv in die Gesellschaft einzubinden. Die Kalker Bürgerstiftler organisierten daher ein erstes Treffen mit Teilnehmern von Integrationskursen. Mithilfe von Dolmetschern konnten diese sich bei einem „Bubble-Fish-Café“ über ihre Erfahrungen mit dem Ehrenamt in ihren Herkunftsländern austauschen und Wünsche für ein künftiges Engagement in Deutschland äußern. Danach startete die Bürgerstiftung mit den Teilnehmern zahlreiche freiwillige Aktivitäten in Seniorenheim, Schule oder Stadtpark. Zugleich sensibilisierte die Bürgerstiftung soziale Institutionen in Workshops für das Thema “Interkulturalität und Ehrenamt”. Eine Teilnehmerin erhielt infolge des ehrenamtlichen Engagements einen Ausbildungsplatz in einem Krankenhaus, andere stehen als Folge des Projekts kurz vor dem Schritt auf den
    Arbeitsmarkt.

  • 3. Preis: Bürgerstiftung “Ein Herz für Bad Nauheim”
    Wie in einem Puzzle-Spiel hat die Bürgerstiftung vier neue “Großfamilien” zusammengestellt. Die Idee: Sie sollten die kulturelle Vielfalt der hessischen Kurstadt widerspiegeln. Jede Familie bestand aus acht Mitgliedern unterschiedlicher Nationen und Generationen. So gesellten sich der dreiundzwanzigjährige kolumbianische “Enkel” zum neunzigjährigen polnischen “Urgroßvater”, die iranische “Tochter” zur afghanischen “Mutter”. Die Familien trafen sich regelmäßig, lernten einander kennen und stellten sich ihre Lebensgeschichten und Kulturen vor. Anschließend erarbeiteten sie gemeinsame Projekte, die sie den Einwohnern Bad Nauheims bei einer großen öffentliche Darbietung – dem “Puzzle Family Picnic” – präsentierten: Sie tanzten und musizierten in landestypischen Trachten, führten Kindermodenschauen und Mundartgedichte auf und gaben Einblicke in über fünfzehn verschiedene, in Bad Nauheim beheimatete Kulturen.

(26.3.2014 | Quelle: Herbert Quandt-Stiftung)

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