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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Deutscher Umweltpreis: Die Preisträger 2015

Die Auszeichnung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die zugleich der höchstdotierte, unabhängige Umweltpreis Europas ist, haben der Klima- und Meeresforscher Prof. Dr. Mojib Latif und der Nachhaltigkeitswissenschaftler Prof. Dr. Johan Rockström in Empfang genommen. Beide erhalten je 245.000 € Preisgeld.

Die DBU würdigte Latif als einen der herausragenden Klimaforscher Deutschlands. Er weist unter anderem darauf hin, dass der Planet Erde ohne intakte Ozeane für Menschen unbewohnbar zu werden drohe. In zahlreichen Büchern und fachwissenschaftlichen Beiträgen richtet Latif sich an Experten und ein breites Zielpublikum, auch an Kinder und Jugendliche. Er zeige damit seinen hohen wissenschaftlichen Anspruch und Ehrgeiz, Bücher so zu schreiben, dass sich ihre Inhalte einer breiten Öffentlichkeit leichter erschließen.


DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann mit Mojib Latif, Michael Succow und Johan Rockström (v.li.)
Foto: DBU/Peter Himsel

Rockström habe die biophysischen Grenzen für den Planeten festgesetzt, innerhalb derer eine verträgliche sozio-ökologische Entwicklung möglich bleibe. Gemeinsam mit namhaften Experten habe er weltweit verfügbare Daten zum Zustand der Erde zusammengeführt, gewichtet und auf Basis konkreter Messgrößen Belastungsgrenzen für die Erde definiert, die den Planeten von seinem jetzigen, für den Menschen wünschenswerten, stabilen Zustand abbringen könnten – wie zum Beispiel beim Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale Erwärmung auf weniger als eineinhalb bis zwei Grad gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Er habe einen konkreten und wichtigen Rahmen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft geschaffen.

Mit dem mit 10.000 € dotierten Ehrenpreis, den die DBU bisher viermal vergeben hat, wurde Prof. em. Dr. Michael Succow (74) für sein lebenslanges Naturschutz-Engagement geehrt. Succow gelte national wie international als Ausnahmepersönlichkeit im Naturschutz. Sein Engagement für große Wildnisgebiete in Deutschland sei einmalig. Innerhalb kürzester Zeit sei es Succow zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung gelungen, mit dem Nationalparkprogramm für den Osten Deutschlands auf einen Schlag fast 18 Prozent der Landesfläche der ehemaligen DDR für die Natur zu sichern. Bis heute habe dieses Herzstück ostdeutschen Naturschutzes aufgrund seiner wegweisenden Konzeption Beispielwirkung auch für den Umweltschutz und die naturverträgliche Landnutzung in Westdeutschland und ganz Europa.

(9.11.2015 | Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt)

Ausführliches Interview mit Michael Succow in Stiftung&Sponsoring 5/2015

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