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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Deutscher Umweltpreis der DBU: Frauen-Power für Umweltschutz

Den mit 500.000 € höchstdotierten Umweltpreis Europas teilen sich 2013 die Gründerin und Geschäftsführerin der Firma Hock (Nördlingen), Carmen Hock-Heyl, sowie die Vorstandsvorsitzende der Netzkauf ElektrizitätsWerke Schönau (EWS) e.G., Ursula Sladek. Die Auszeichnung wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt vergeben.

Carmen Hock-Heyl (Foto: DBU/Daniel Karmann)

Carmen Hock-Heyl (58) wird geehrt, weil sie Dämmmatten für den Hausbau aus dem Öko-Rohstoff Hanf am Markt etabliert hat. “Die Produkterfinderin, Unternehmensgründerin und Geschäftsführerin hat nicht nur Öko-Dämmstoffe hoffähig gemacht. Sie ist auch ein Vorbild für andere Unternehmen, weil sie Ökologie und Ökonomie erfolgreich in Einklang gebracht, gesundes Bauen gefördert und regionale Wirtschaftskreisläufe wiederbelebt hat”, so die Begründung der Jury.

Doch bis die Hanf-Produkte auf dem Markt und unter Fachleuten anerkannt waren, habe Hock-Heyl einen mühsamen Weg gegen Widerstände und Desinteresse beschreiten müssen. Sie habe den gesamten Prozess von der Aussaat des Hanfs über die Produktion der Dämmmatten bis zum Recycling komplett neu aufgebaut, viel Geld investiert und in Politik und Verbänden viel Überzeugungsarbeit geleistet. Seit 2003 produziere das Unternehmen die Dämmmatten selbst, 2005 sei der Firmensitz – heute mit rund 70 Mitarbeitern – von Stutensee bei Karlsruhe nach Nördlingen verlegt worden. Seit 2006 seien „Thermo-Hanf“-Produkte auf dem europäischen Markt. Mit “Thermo-Hanf Premium” sei die Firma Hock als mittelständisches Unternehmen Marktführer für Naturfaserdämmstoffe aus Hanf.

Ursula Sladek (Foto: DBU/Patrick Seeger)

Ursula Sladek (67) wird ausgezeichnet, weil sie aus einer Bürgerinitiative den ersten Ökostromanbieter Deutschlands schuf. Sie hat früh erkannt, dass nur gemeinsam mit den Bürgern und Gemeinden die Energieversorgung ökologisiert werden könne. Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 habe sie eine Bürgerinitiative mit ins Leben gerufen, die sich für die Vision einer sicheren, wirksamen und zukunftsfähigen Energieversorgung eingesetzt habe und aus der 1994 der Ökostromanbieter EWS hervorging.

Sladek habe mit ihren Mitstreitern und den EWS viele Hürden gemeistert, die der damalige Stromanbieter für die Netz-Übernahme aufgebaut habe, so die Jury. Dabei habe sie sich auch nicht von überhöhten Verkaufspreisen einschüchtern lassen. Ihrem Mut und ihrer Tatkraft sei es mit zu verdanken, dass die EWS 1997 das Schönauer Stromnetz übernehmen konnten. Sladek habe gezeigt, dass die Beteiligung der Bürger ein maßgeblicher Faktor für ein Umsteuern in der Energiepolitik und den Klimaschutz sei. Denn durch das Einbeziehen der Einwohner Schönaus als Stromkunden in die Arbeit der EWS und eine transparente Unternehmenspolitik habe sie “Vertrauen geschaffen, zum Handeln motiviert und einen ökologischen Wandel ermöglicht”.

Die Preise übergibt am 27. Oktober 2013 Bundespräsident Joachim Gauck in Osnabrück.

(9.8.2013 | Quelle: DBU)

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