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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Deutsche Stiftung für Herzforschung: August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis vergeben

Neue Einblicke in die Entzündungsprozesse, zu denen es während der Wundheilung nach einem Herzinfarkt kommt, konnte die Forschungsarbeit von Dr. med. Florian Bönner (Institut für Molekulare Kardiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf) gewinnen. Sie wurde mit dem August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis 2012 ausgezeichnet.

Der Preisträger: Dr. med. Florian Bönner

Der mit 15 000 € dotierte Preis wird alljährlich von der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF), Tochterorganisation der Deutschen Herzstiftung, für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der patientennahen Herz-Kreislauf-Forschung vergeben.

Durch die vorliegenden Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass die Unterbrechung eines bestimmten Stoffwechselwegs, bei dem das Enzym CD73 eine entscheidende Rolle spielt, zu einer überschießenden Entzündungsreaktion und zu einer verschlechterten Pumpleistung des Herzens nach einem Infarkt führt.

Das Enzym CD73 kommt in hoher Dichte auf der Oberfläche von Immunzellen vor und vermittelt an Ort und Stelle die Bildung von antientzündlichem Adenosin aus Adenosinmonophosphat (AMP). Dieses besitzt eine wichtige regulatorische Rolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei autoimmunologischen Erkrankungen. Das Fehlen von CD73 führt beim Menschen zu einer arteriosklerotischen Gefäßerkrankung. An gentechnisch veränderten Mäusen konnte nun gezeigt werden, dass das Fehlen von CD73 nach Infarkt zu einer fortschreitend verschlechternden Herzfunktion führt und mit einem Ödem sowie einer anhaltendenden Entzündung einherging. Die Wundheilungsstörung war von einer verstärkten Immunreaktion gekennzeichnet. Auch kam es u.a. zu einer Ausdehnung des Infarkts. Studien an Mäusen nach Transplantation von CD73 tragenden Entzündungszellen stellten die normale Heilung wieder her.

“Erstmals konnte gezeigt werden, dass das von der CD73 auf Immunzellen gebildete Adenosin eine zentrale Rolle in der Heilungsphase nach Herzinfarkt spielt. Unsere Daten zeigen beispielhaft die Wichtigkeit von Adenosin als physiologischer Entzündungshemmer bei abakteriellen (sterilen) Entzündungen”, erläutert Dr. Bönner. Der beschriebene Mechanismus könne genutzt werden, um neue entzündungshemmende Therapien für die Wundheilung nach einem Herzinfarkt zu entwickeln.

(22.11.2012 | Quelle: Deutsche Stiftung für Herzforschung)

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