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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Christoph Kleßmann erhält den 4. Bochumer Historikerpreis

Mit Prof. Dr. Christoph Kleßmann wird einer der profiliertesten deutschen Sozial- und Zeithistoriker der letzten 40 Jahre mit dem Bochumer Historikerpreis ausgezeichnet. Kleßmann war Gründungsdirektor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam, das er zu einer der produktivsten zeitgeschichtlichen Forschungsstätten in Europa ausbaute. Wissenschaftlich gilt sein Hauptinteresse der Beziehungsgeschichte der beiden deutschen Staaten, hier gilt er als absoluter Experte. Der Preis wird am 30. März 2012 im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets (HGR) in Bochum verliehen.

Der mit 25.000 € dotierte Bochumer Historikerpreis wird gemeinschaftlich von der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets, der Stadt Bochum, der Ruhr-Universität Bochum und der Stiftung der Sparkasse Bochum unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Seit 2002, in dreijährigem Rhythmus vergeben, stellt er neben seinem Münchner Namensvetter den bedeutendsten Forschungspreis für Historiker in der Bundesrepublik dar. Ausgezeichnet wird ein herausragendes Lebenswerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Industriezeitalters. Die ersten drei Preisträger waren Lutz Niethammer, Jürgen Kocka und Eric Hobsbawm.

Stationen als Dozent

Der 1938 in Bielefeld geborene Christoph Kleßmann studierte in Göttingen, München und Tübingen. 1969 wurde er an der Ruhr-Universität Bochum mit einer Untersuchung zur nationalsozialistischen Kulturpolitik und zur polnischen Widerstandsbewegung im Generalgouvernement promoviert. Seine ebenfalls in Bochum entstandene, 1978 publizierte Habilitationsschrift über die Geschichte der polnischen Bergarbeiter im Ruhrgebiet zählt zu den Klassikern der Sozialgeschichtsschreibung dieser Zeit und steht noch heute im Rang eines Standardwerks. 1976 nahm Christoph Kleßmann einen Ruf der Universität Bielefeld an und etablierte sich hier als der führende Vertreter der deutsch-deutschen Zeitgeschichte nach 1945. Seine beiden Bücher über „Die doppelte Staatsgründung“ und „Zwei Staaten, eine Nation“ zur gesamtdeutschen Geschichte zwischen 1945 und 1970 wirkten bahnbrechend und fanden in zahlreichen Auflagen durch die Bundeszentrale für politische Bildung vertrieben eine weit über die akademische Fachwelt hinausgehende Verbreitung. 1993 wechselte Christoph Kleßmann an die neu gegründete Universität Potsdam, an der er bald die geschäftsführende Leitung des ebenfalls neu gegründeten Zentrums für Zeithistorische Forschung übernahm, das sich unter seiner Führung zu einem international hoch renommierten Forschungszentrum entwickelte.

Aktiv auch im Ruhestand

Nach seiner Emeritierung 2004 publizierte Christoph Kleßmann eine viel gelobte Arbeitergeschichte der DDR bis 1971. Große Bedeutung besaß er zudem im wissenschaftspolitischen Bereich, insbesondere als integerer Initiator und Moderator deutsch-deutscher Historikerkontakte, der dann in der Wende- und Nachwendezeit viel zum deutsch-deutschen Zusammenwachsen im Wissenschaftsbereich beitrug. Sein besonderes Engagement galt und gilt aber auch dem deutsch-polnischen Verhältnis in der Geschichtswissenschaft und darüber hinaus. Dafür erhielt Christoph Kleßmann 2009 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und wurde 2010 als auswärtiges Mitglied in die Polnische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. (22/02/12; Quelle: Ruhr-Universität Bochum)

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