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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Beispielhafter Unterricht für alle Kinder

Der Jakob Muth-Preis für inklusive Schule geht dieses Jahr an drei Schulen in Hamburg, Ingelheim und Neunkirchen-Seelscheid sowie an einen Schulverbund aus Schleswig-Holstein. Die Auszeichnung ist verbunden mit einem Preisgeld von jeweils 3.000 € für die Einzelschulen und 5.000 € für den Verbund.

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, die Deutsche Unesco-Kommission, die Sinn-Stiftung sowie die Bertelsmann Stiftung würdigen mit dem Preis die Leistung von Schulen, die besonders überzeugende Konzepte für das gemeinsame Lernen entwickelt haben. Die Gemeinschaftsgrundschule Wolperath-Schönau in Neunkirchen-Seelscheid, die Erich Kästner Schule in Hamburg-Farmsen, die Brüder-Grimm-Schule in Ingelheim sowie der Schulverbund Südlicher Bereich des Kreises Schleswig-Flensburg überzeugten die Jury mit ihren innovativen Konzepten.

Im Verbund Schleswig-Flensburg arbeiten 26 Schulen aller Schulformen zusammen. Herzstück des Verbundes bildet dabei das Förderzentrum Schleswig-Kropp, das sich zu einer Schule ohne Schüler erklärte und seitdem seine Schüler und seine sonderpädagogischen Lehrkräfte an die Regelschulen im Einzugsbereich aussendet. Mittlerweile können alle Kinder des Förderzentrums inklusiv und wohnortnah zur Schule gehen.

Die drei Einzelschul-Preisträger begreifen sich als Lern- und Lebensraum mit Angeboten, die sich über den ganzen Tag erstrecken. Sie nutzen unterschiedliche offene Lernformen, um jedes Kind optimal in seiner Entwicklung zu begleiten. Und sie lenken anhand von selbst entwickelten Kompetenzrastern in der Leistungsbewertung den Blick auf das Können der Kinder. Im Schulalltag überwiegen positive Rückmeldungen der Lehrkräfte an die Schüler. Dabei wird darauf geachtet, eine Balance zwischen Individualisierung und gemeinschaftlichem Lernen zu schaffen. Interdisziplinäre Teams aus Lehrkräften, Sonderpädagogen, Sozialpädagogen und Erziehern begleiten die Lerngruppen. So schaffen die Schulen insgesamt ein Klima, in dem jedes Kind als eigene Persönlichkeit wertgeschätzt wird.

Die Preisträger sind damit Vorreiter auf einem Weg, der sich für alle Schulen abzeichnet: “Inklusion wird mittelfristig zur Normalität an deutschen Schulen. Die vier Preisträger zeigen eindrucksvoll, dass Inklusion nicht zu Lasten der Qualität geht. Die Schulen können die großen Herausforderungen nur mit gut ausgebildetem Personal bewältigen. Dabei brauchen sie Unterstützung”, so Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Rund eine halbe Million Kinder in Deutschland haben diagnostizierten sonder-pädagogischen Förderbedarf. Immer noch besuchen 75 Prozent dieser Kinder eine Förderschule, werden also getrennt unterrichtet (Schuljahr 2011/12). Die Umsetzung der Inklusion kommt in den Bundesländern unterschiedlich schnell voran: Während in Hessen 17,3 und in Niedersachsen 11,1 Prozent der Förderschüler inklusiv unterrichtet werden, besuchen in Bremen 55,5 Prozent und in Berlin 47,3 Prozent aller Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Regelschule. In den Ländern der Preisträger sind es 54,1 Prozent in Schleswig-Holstein, 36,3 Prozent in Hamburg, 23 Prozent in Rheinland-Pfalz und 19,2 Prozent in Nordrhein-Westfalen.

(22.1.2014 | Quelle: Bertelsmann Stiftung)

Website zum Jakob Muth-Preis

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