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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Barbara Stollberg-Rilinger mit dem Preis des Historischen Kollegs 2013 ausgezeichnet

Die Münsteraner Frühneuzeitlerin Barbara Stollberg-Rilinger erhielt den mit 30.000 € dotierten Preis des Historischen Kollegs vornehmlich für ihr Buch "Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches". Mit dem zum elften Mal seit 1983 verliehenen Preis wird erstmals eine Frau ausgezeichnet. Die Dotierung stellte die Dotierung die Alfred und Cläre Pott-Stiftung zur Verfügung.

Barbara Stollberg-Rilinger (Foto: Richard Rilinger/Historisches Kolleg)

Der Kuratoriumsvorsitzende des Historischen Kollegs, Andreas Wirsching, lobte in seiner Begrüßung im vollbesetzten Plenarsaal der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in der Münchner Residenz die Preisträgerin (Foto) unter anderem mit den Worten: “Mehr als jeder oder jede andere haben Sie dazu beigetragen, das Symbolische in scheinbar vordergründigen Handlungen zu verstehen, und haben damit die kulturelle Grundierung gerade auch politischer Organisation und Kommunikation offengelegt. Der von Ihnen, wenn nicht erfundene, so doch zumindest stark geprägte und reflektierte Begriff der ‘Kulturgeschichte des Politischen’ hat auch dazu beigetragen, manch überkommenen und zunehmend sinnlosen methodischen Graben in der Geschichtswissenschaft aufzuschütten.”

In seiner Laudatio zeichnete Gerrit Walther (Wuppertal), Präsident der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die Genese ihrer wissenschaftlichen Thesen nach, die sie insbesondere im Rahmen des Münsteraner Sonderforschungsbereichs (SFB) “Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution” weiterentwickelt hat. In ihrem Buch “Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches”, das bereits ins Französische übersetzt ist – die englische Übersetzung ist in Arbeit – so Walther, “kulminieren Barbara Stollberg-Rilingers bisherige Forschungen im Dienste der These, dass ‘Verfassung’ und rituelle Symbolik nicht zu trennen seien: dass ein wesentliches Moment der (eben nicht vorhandenen) ‘Verfassung’ des Reiches in höchst variablen, eigendynamischen, selbst entscheidend wirkenden symbolisch-rituellen Verfahren bestanden habe: dass das neuzeitliche Reich durch die Etablierung solcher Verfahren überhaupt erst begründet worden sei (dass Rituale also etwas Modernes seien) und dass sein Ende durch die Aushöhlung und den Verfall dieser Rituale angekündigt und begleitet worden sei”.

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