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Alcatel-Lucent Stiftung: Tanja Schultz erhält Forschungspreis Technische Kommunikation

Die Informatikerin vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat die 'lautlose Sprachkommunikation" international als Forschungsgebiet etabliert. Die von ihr entwickelte Technologie erfasst mittels Elektromyographie die Aktivität der Gesichtsmuskeln beim Sprechen und verwendet Musterkennungsverfahren, um von diesen Signalen auf das – auch lautlos – Gesprochene zu schließen.

Tanja Schultz (Foto: Irina Westermann/Alcatel Lucent Stiftung)

Der Preis ist mit 20.000 € dotiert. Die “lautlose Sprachkommunikation” eröffnet für die Anwendung zahlreiche Möglichkeiten: So kann lautloses Telefonieren nicht nur die Geräuschbeästigung in der Öffentlichkeit reduzieren, sondern es auch möglich machen, vertrauliche Informationen wie Passwörter und PIN abhörsicher zu übermitteln. Die von Tanja Schultz entwickelte Technologie bietet darüber hinaus eine Lösung, Menschen zu unterstützen, die durch Unfälle oder Krankheiten ihre Stimme verloren haben oder die Stimmunterstützung bzw. -kräftigung benötigen.

Bei der Elektromyographie zeichnen Elektroden auf der Hautoberfläche die elektrischen Signale (Potentiale) auf, die bei der Kontraktion der Artikulationsmuskeln entstehen – jener Muskeln, die zur Produktion von Sprache benötigt werden, beispielsweise um Lippen, Zunge, oder den Kehlkopf zu bewegen. Da die Elektromyographie die Muskelaktivität auch dann erfasst, wenn die Sprecherin oder der Sprecher nicht hörbar artikuliert, kann dieses Verfahren auch lautlos Gesprochenes erkennen. Die erkannte Sprache lässt sich anschließend am Computer in Textform darstellen oder hörbar machen. Mögliche Anwendungen finden sich damit sowohl in der Mensch-Maschine-Kommunikation als auch in der maschinengestützten zwischenmenschlichen Kommunikation.

Das Kuratorium der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung begründete die Vergabe des Preises an Tanja Schultz mit ihrer hohen wissenschaftlichen Exzellenz und der gleichzeitig umfassenden Anwendungsrelevanz ihrer Arbeiten, die unmittelbar am Fokus der Stiftungsausrichtung, nämlich dem besseren Zusammenwirken von Mensch und Technik, ansetzen.

(12.10.2012 | Quelle: Alcatel-Lucent Stiftung)

Beispielvideo: Erkennung lautloser Sprache

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