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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Deutschlands beste Leseförderer und -forscher wurden geehrt

Von bundesweiter Ausstrahlung war die vielfältige und prominent besetzte Festveranstaltung der Stiftung Lesen in der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz in Mainz: Der Leseförderungspreis „AusLese“ der Stiftung Lesen, gestiftet von der Commerzbank-Stiftung, wurde in Anwesenheit von Staatssekretärin Vera Reiß vergeben; ebenfalls verliehen wurde der Wissenschaftspreis der Stiftung Lesen – und die Wochenzeitung DIE ZEIT präsentierte das Ergebnis einer Charity-Initiative zugunsten von Projekten der Stiftung Lesen.

Witz, Ideenreichtum und viel Tatkraft: Diese Eigenschaften verbinden die sieben Persönlichkeiten und Institutionen, die als Deutschlands beste Leseförderer am 21. September in Mainz mit dem alle zwei Jahre in mehreren Kategorien verliehenen „AusLese“-Preis der Stiftung Lesen ausgezeichnet wurden. Er gilt als renommierteste Leseförderungsauszeichnung des Landes. Preisstifter ist die Commerzbank-Stiftung. Begleitend wurden herausragende Nachwuchsforscher mit dem im gleichen Rhythmus verliehenen „Wissenschaftspreis der Stiftung Lesen“ prämiert.

Der AusLese-Preis der Kategorie „Medien“ geht nach Köln: Preisträger sind die Macher der vom WDR wöchentlich ausgestrahlten und von Mike Litt und DJ Larse moderierten Sendung 1LIVE Klubbing. Im Fokus des literarischen Programmteils stehen Texte junger Autoren, die vor Live-Publikum präsentiert werden – flankiert durch Online-Angebote. Nach Auskunft der Preisjury gelingt es der Sendung „auf überzeugende Weise, Lesefaszination durch einen multimedialen Ansatz zu wecken“.

Als „Unternehmerpersönlichkeit, die Leseförderungsideen mit viel Tatkraft umsetzt“ wurde der Rüdesheimer Bäckermeister Stefan Dries in der Kategorie „Herausragendes Engagement“ ausgezeichnet: So kommunizierte er die Lesefeste des von ihm mitinitiierten Vereins „Lesefest – Netzwerk Leseförderung Rheingau-Taunus e.V.“ auf 120.000 Brötchentüten.

„LeseRitter – dem Wort eine Stimme geben heißt das in der Kategorie „Herausragende Initiativen“ prämierte Projekt der Wiesbaden Stiftung in Wiesbaden: Schüler werden dank einer Kooperation mit der Wiesbadener Schule für Schauspiel in Vorlese-Techniken geschult, anschließend zum „Lese-Ritter“ geschlagen – und lesen dann in sozialen Einrichtungen vor. Das Projekt wird mit dem Rotary Club Wiesbaden-Rheingau unter der
Schirmherrschaft von Dr.-Ing Bernhard Müller durchgeführt, Sponsor ist die Jean Müller GmbH. Das Projekt veranschaulicht laut Jury„ dass Vorlesen eine faszinierende Erfahrung sein kann – für die Zuhörer, aber auch für die Vorlesenden selbst.“

Gleich drei Initiativen wurden in der jeweils mit 1.000 € dotierten Förderpreis-Kategorie, die ebenfalls „Herausragende Initiativen“ betitelt ist, ausgezeichnet: Das Netzwerk Lesewelt Ortenau e.V. mit Sitz in Offenburg setzt sich laut Jury in „außerordentlicher Vielfalt“ für regionale Leseförderung ein – etwa durch Lesungen in Asylbewerberheimen. Ein herausragen-der Ansatz sei außerdem die Einbindung sehbehinderter Menschen als Vorleser. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Initiative Drachenstark des Karateteams Reutlingen: Sie verknüpft im Rahmen von Karate-Projekttagen mit Lektüreangeboten Sportförderung mit Leseförderungs-Impulsen – und nutzt dabei nach Ansicht der Jury „erfolgreich die Begeisterung, die der Karatesport bei Kindern weckt“.

Das Projekt VorLeseLaden der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) Leipzig in Kooperation mit der Leipziger Wohnungsbaugesellschaft sowie Professoren der Universität Leipzig ist ebenfalls Preisträger dieser Kategorie: Mehrere dieser Einrichtungen bewährleisten in bildungsfernen Milieus eine nachhaltige Vorlese-Infrastruktur, Studierende engagieren sich als Vorleser. Die Jury: „Ein Ansatz, der große Beachtung verdient.“

Lesekalisch – Bücher haben Gewicht: Unter diesem Motto iniitieren die Stadtbibliothek Mönchengladbach und der VfL Borussia Mönchengladbach eine ebenfalls in dieser Kategorie ausgezeichnete Kampagne: „Jünter“, das Vereinsmaskottchen, wirbt im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen und Materialien für das Lesen, die sich insbesondere an Familien mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Umfeldern richten. Partner
ist der Integrationsbeauftragte der Stadt Mönchengladbach. Die Jury: „Kaum ein Projekt, das die Fußball-Faszination für Leseförderungsimpulse nutzt, ist so nachhaltig angelegt.“

Der Wissenschaftspreis der Stiftung Lesen wurde zum zweiten Mal überhaupt verliehen – erstmals werden zwei Preisträger geehrt: „Lesemotivation und Lesestrategien. Der subjektive Sinn des Bücherlesens für 10- bis 14-Jährige“ heißt die Dissertation der Münchner
Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Senta Pfaff-Rüdiger (33), die den mit 2.000 Euro dotierten ersten Preis erhält. „Die anspruchsvolle und innovative Untersuchung eröffnet neue Perspektiven sowohl in der Mediennutzungsforschung als auch für die konkrete Leseförderung“, heißt es in der Begründung des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen. Für seine Arbeit „Förderung von Leseflüssigkeit. Theoretische Fundierung und empirische Überprüfung“ erhält der Frankfurter Germanist Dr. Daniel Nix (35) den mit 1.000 Euro dotierten zweiten Preis. Aus der Begründung: „Die Studie bereichert die aktuelle Diskussion zu Lesekompetenz und Alphabetisierung wie auch die Leseförderung.“

Den Rahmen der Preisverleihung bildete eine Festveranstaltung in der Rheinland-Pfälzischen Staatskanzlei in Anwesenheit von Vera Reiß, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, sowie von Astrid Kießling-Taskin, Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung, mit rund 200 geladenen Gästen aus dem Bereich Leseförderung. Der Comedian Bernhard Hoëcker
präsentierte ein thematisch passendes Programm. Durch den Abend führte die Fernsehmoderatorin Barbara Hahlweg. Dr. Jörg Pfuhl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen, sowie Stiftung Lesen-Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg F. Maas, ehrten die Preisträger, die von der Stiftung Lesen aus über 100 Vorschlägen gekürt worden waren. Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer DIE ZEIT, überreichte als Ergebnis einer Leseförderungs-Charity-Initiative seines Hause ei-nen Scheck in Höhe von 10.000,- Euro für Leseförderungsprojekte der Stiftung Lesen: Diesen Reinerlös hat die „Kinderfilm-Edition“ von DIE ZEIT erzielt. Für seine herausragenden Verdienste für die Stiftung Lesen erhielt der zu Jahresbeginn 2011 in den Ruhestand gegangene ehemalige Hauptgeschäftsführer Heinrich Kreibich das „Goldene Buch“ der Stiftung Lesen“.

Der „Wissenschaftspreis“ 2011 der Stiftung Lesen geht an Forschende aus
München und Frankfurt*

Für ihre herausragenden Arbeiten aus dem Bereich Leseforschung erhielten die Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Senta Pfaff-Rüdiger und der Frankfurter Germanist Dr. Daniel Nix die zum zweiten Mal verliehene Auszeichnung. „Lesemotivation und Lesestrategien. Der subjektive Sinn des Bücherlesens für 10- bis 14-Jährige“ heißt die Dissertation der Münchner Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Senta Pfaff-Rüdiger (33), die für Ihre Arbeit im Rahmen einer Festveranstaltung am 21. September 2011 in Mainz den mit 2.000 Euro dotierten ersten Preis des „Wissenschaftspreises“ der Stiftung Lesen erhielt. „Die anspruchsvolle und innovative Untersuchung eröffnet neue Perspektiven sowohl in der Mediennutzungsforschung als auch für die Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen. Für seine Arbeit „Förderung von Leseflüssigkeit. Theoretische Fundierung und empirische
Überprüfung“ erhielt der Frankfurter Germanist Dr. Daniel Nix (35) den mit 1.000 € dotierten zweiten Preis. Aus der Begründung: „Die Studie bereichert die aktuelle Diskussion zu Lesekompetenz und Alphabetisierung wie auch die Leseförderung.“

Der Wissenschaftspreis der Stiftung Lesen wird im Zweijahres-Rhythmus vergeben. Er möchte zum einen Forscherinnen bzw. Forscher fördern, die in diesem wichtigen Bereich Innovatives leisten, zum anderen ihre Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln. Der Preis zeichnet hervorragende deutsch- oder englischsprachige akademische Qualifikationsarbeiten aus, die sich mit dem Lesen im Kontext der Mediengesellschaft beschäftigen. Der Preis wurde in diesem Jahr geteilt, weil zwei herausragende Arbeiten die beiden komplementären Perspektiven von Lesemotivation und lesekompetenz, die nach den neuesten PISA-Analysen eng zusammenhängen, in den Blick nehmen.

Bewerbungen für die kommende Verleihung können bis zum 31.12.2012 eingereicht werden. Voraussetzung ist, dass die Arbeit bei einer Hochschule als Bachelor-, Master-, Diplom-, Staatsexamensarbeit oder als Dissertation eingereicht und das entsprechende Qualifikationsverfahren im Jahr 2011 bzw. 2012 erfolgreich abgeschlossen worden ist. (23/09/11; Quelle Stiftung Lesen)

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